Location

Waiting for the ghost train – Spreewald-Bahnhof Burg

Ich befand mich in einer Zeitspirale und hatte meine Kamera mit dabei. Ich war auf dem Gelände des Spreewald-Bahnhofs in Burg gelandet und wartete auf den Geisterzug. Die Bahnhofsuhr zeigte 17:40 Uhr, der Unterschied betrug 2 Stunden. Doch woher kommt der Geisterzug. Es waren keine Fahrgäste zu sehen. Ich war alleine. Ich konnte niemanden fragen, also fing ich an meine Fotos zu schießen, als Beweis das ich wirklich dort war.

Am Rande des Bahnhofs lagerten die Koffer der Fahrgäste. Die Kofferkarren waren leer. Es waren auch keine Arbeiter zu sehen die anfingen die Koffer auf die Karren zu laden. Es war kalt, windstill und trocken. Ich ging näher an die Koffer heran. Mir war als ob ich 100 Jahre in der Zeit zurückgegangen wäre. Einzelheiten faszinierten mich. Die Kamera klickte. Und so wanderte ein Foto nach dem anderen auf meine Speicherkarte.

Der Bahnhof war verlassen, die Waggons waren leer. Nirgends eine Menschenseele zu sehen, dabei fuhr der Geisterzug doch bald ab. Wo waren die Leute? Hatte eine Seuche die Menschen ausgelöscht? Das kann doch nicht sein, gestern waren doch alle noch da. Erschrocken wich ich zurück und begann die Waggons abzuschreiten. Leer. Leer. Verschlossen. Leer. Irgend etwas stimmte hier nicht. Es war immer noch 17:40 Uhr und keiner kam. Ich machte noch schnell ein paar Fotos und wich zurück um mir einen Überblick zu verschaffen. Doch das Bild änderte sich nicht. Ich war alleine. Nun hatte ich schon eine Menge Fotos im Kasten, plötzlich, ich konnte es nicht glauben spürte ich ein Windhauch. Der Geisterzug, er kam. Ich wollte den Moment festhalten, doch als ich den Monitor der Kamera betrachtete, stelle ich fest, er war schwarz. Ich hatte den Zug verpasst. Zur selben Zeit machte das Akku schlapp, war das ein Zeichen?


Die ersten und auch die einzigen Fotos von der Location machte ich um 2009. Mich hatten damals die vielen Koffer fasziniert. Diese kleine Bühne versprühte eine einzigartige Aura. Ab und an bin ich da noch einmal vorbeigefahren und stellte fest, die Koffer lagen noch da. Sie sind immer noch da und sind der Witterung und der Zeit ausgesetzt. Das bildet eine einzigartige Patina auf den Motiven ab. Man kann das eigentlich gar nicht auf digitalem Weg kopieren. Also hatte ich für die Foto-Tour von heute eine Idee. Ich verzichtete wieder auf das .RAF Format und wählte JPEG in der Kamera. Die ISO standen auf 1600. Ein wenig Rauschen im Bild steigert die Wirkung. Im Nachhinein hätte ich noch etwas Grain verstärken müssen, dann wäre die Wirkung noch Analoger ausgefallen.

Nun kam der Clou. Ich habe Bracketing Reihen geschossen. Nur dass ich dieses Mal keine unterschiedlichen Belichtung Daten eingab, sondern Filmsimulationen wählte. Ich wählte Schwarz-Weiß mit vorgeschalteten digitalen Rotfilter, die Classic Chrome Simulation, sowie die Einstellung Eterna. Ich wollte es auf drei Simulationen belassen. So klickte ich nur einmal und bekam drei Fotos mit unterschiedlicher Wirkung. Diese hatte ich wieder nur mit Photoscape bearbeitet, und ggf. mit ShiftN gerichtet. Nun ließ ich mir noch eine kleine Geschichte einfallen und hier sind die Bilder vom Spreewald-Bahnhof Burg.

4 Comments

  1. Hallo Olaf,
    die Geschichte ist schon grandios, ohne die Bilder zu sehen hast Du mich in der Bahn gezogen 🙂
    Aber mit den Bildern wirkt die Geschichte noch dramatischer. Kalte Schweißperlen , aus Angst oder Anspannung … egal ich bin froh gesund da raus zu kommen 😉
    Interessante Technik Beschreibung … leider Canon hat solche Spielerei nicht dabei, oder aber habe ich sie nicht entdeckt. Ich fange erst mal an in JPEG die Kamera zu Endecken. Wer weis, was ich da noch finden werde 😉 Grüße czoczo

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