Das Wetter war fantastisch. Die Sonne schien ohne Unterlass und die Temperaturen waren der 20 Grad Marke schon sehr nah. Eigentlich wollte ich heute zum Schiffshebewerk aber ich habe irgend wie die Startposition verpasst. Also musste ein anderer Ort in der Nähe her um um für die neue Kategorie auf meiner Seite der Erste zu sein. Was liegt da auf der Hand ? Na? Der Tierpark Cottbus. Sicher kann man einigen Tieren bei ihren Frühlingsgefühlen die eine oder andere Pose abgewinnen. Der Eintritt für den Erwachsenen Besucher beträgt 8 Euro. Das ist doch OK.

Ich hatte meinen neuen Fotorucksack dabei und wollte ihn gleich testen. In Asien hatte ich vor kurzem noch den Cullmann 400 AW. Der Rucksack ist eigentlich ok, aber für die Hitze dann wohl doch nicht. Die Belüftung auf dem Rücken funktioniert gar nicht. Der Rucksack liegt ganz flächig am Rücken an. Die Füllung betrug 8 kg, das wird dann schon nach einer kurzen Tour zur Tortour. Also musste etwas anderes ran. Ich holte mir den Rollei Sligback. Zwei Objektive, eine Kamera und ein paar Filter und Zubehör gehen da rein. Fazit: Ich muss auf ein Objektiv verzichten, der Slingback liegt nur auf dem halben Rücken und ist kleiner und leichter. Das wollte ich heute zum ersten mal in der Praxis testen.

Am Start war meine Canon EOS 6D, modifiziert mit einem grossen L-Winkel der mir auch als Handgriff diente sowie das Canon EF 70-300mm f/4-5.6 L IS USM. In Cambodia und in Malaysia war das meine Lieblingskombination. Es ist nicht gerade das leichteste Handwerkszeug, aber der L-Winkel macht das Gewicht erträglich. So nun ging es in den Tierpar.

Als erstes an den Elefanten vorbei. Diese standen gelangweilt am Gatter und warteten auf neues Fressen. Auch die Tapiere hatten die Augen zu. Die ersten Affen in der Nähe der malaiischen Tiger , waren auch nicht zu sehen. Es war sehr ruhig, anders als ich es mir erhofft hatte. Ein paar Enten und Wellensittiche flatterten in ihren Anlagen umher, ich wollte aber mehr. Hier bei den Wellensittichen konnte das 70-300 auch mal zeigen was in ihm steckte. Die Gitter waren sehr engmaschig und dadurch liessen sie sich fotografisch nicht ausblenden, aber so wie es geworden ist, bin ich zufrieden.

Die Bilder waren alle scharf, gut, bis auf wenige Ausnahmen. Die ISO wählte ich vor mit 400 ISO, dann stellte ich den Apparat auf AV und habe fast durchgängig mit Blende 8 geschossen. Bis auf die Schlange, da war es dunkel und ich musste mit den ISO hoch und habe mit Offenblende geschossen. Dann sah ich ein rosarotes Leuchten in der Ferne, das waren nicht irgendwelche Substanzen aus meinem Kaffee, nein die Flamingos waren in ihrer neuen Anlage. Also kamen diese wundervollen Vögel als nächstes dran. Wer Flamingos in der Sonne schon mal fotografiert hat weiß, dass es gar nicht so einfach ist. Denn schnell können die Lichter im Gefieder zu Überlichtungen führen. Auch ich musste mich so erst mit drei Probebildern heranschießen bis ich endlich Zufrieden war. Nach den Flamingos gab es nur noch Vögel. Hier haben mich die Kormorane fasziniert angezogen. Sie hatte Nachwuchs im Nest. Das sah man aber nur bei genauer Betrachtung. Ich hoffe ich habe das gut im Foto festgehalten. Ein wunderbarer Tag, trotz komplett anderer Planung.

Fazit: Fotografisch betrachtet war für mich die Tour wieder ein voller Erfolg. Die Kamera und das Objektiv harmonieren einfach fantastisch. Die Fotos sind scharf und Kontrastreich. Die Kombination ist etwas schwer, aber tragbar. Ich war 2,5 Stunden am Stück unterwegs und hätte noch ein ganze Weile damit gehen können. Der Rucksack ist Prima. Er sitzt gut auf dem Rücken und man spürt ihn kaum. Sicher auch, weil ich das grösste Gewicht in den Händen hatte. Nur ab und an musste ich ihn zurecht ziehen. Nachdem ich die Trageschlaufe noch etwas enger geschnallt hatte, sass er nicht mehr so tief. Ich glaube für die nächste längere Tour ist der Rollei Slingback eine gute Wahl.