Prolog

Warum einen Prolog für eine Foto-Seite? Das muss ich euch hier kurz erklären.

Seit 2000 ist die Fotografie für mich zum Bedürfnis geworden. Meine Hobbys davor waren von ganz anderer Art. Darum wurde es mir nicht gerade in die Wiege gelegt. Mich faszinierte die Technik der Fotografie, Fotoapparate, Bildbearbeitungen und alles rund um die digitale Fotografie. Angefangen hatte ich aber mit einer analogen Praktica MTL3, worauf später dann die erste 3,2 MB Kamera folgte. 2007 war es soweit, meine ersten beiden Kodak Kameras ebneten mir den Weg in das Hobby. Zusätzlich noch tonnenweise Literatur, mit der ich mir das Thema Fotografie verinnerlichte. Dann konnte es doch wirklich starten.

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin nie ein Fotokünstler geworden, hatte auch nie den Anspruch dazu. Wenn ich einen Baum fotografiert hatte, dann sah er auf dem Foto noch wie ein Baum aus. Hauptsache er war scharf und nicht zu verrauscht. Aber das alles kam mit der Zeit. Es ist nur eine Sache der Übung. Irgendwann kamen immer mehr digitale Filter auf den Markt. Es war geradezu angesagt, Fotos zu verschlimmbessern. Eigentlich eine grausame Zeit, in der man sich zu oft ablenken ließ.

Ich bin meinem eigentlichen Stil treu geblieben. Für mich mussten gute Fotos einen spannenden Schnitt haben, scharf sein, die Farben mussten sitzen. Irgendwie bin ich so dem 3:2 Schnitt über all die Jahre treu geblieben. Es gab in dieser Zeit nur wenige Hochformate. Reisebilder und Landschaftsaufnahmen waren mein Fable. Und so nutze ich meine Reisen, um immer schöne Fotos mit nach Hause zu bringen, die ich irgendwann auch einmal im Netz zeigen wollte.

Und genau dort wurden aus dem einen Hobby gleich zwei. Zum einen die Fotografie und zum anderen das Web-Editoring. Hier begann dann wieder eine lange Zeit des Lesens und des Probierens. Irgendwie brachte ich aber alles unter einen Hut.

Mit der Zeit gingen die Reisen immer weiter und die Kameras wurden immer besser. Irgendwann verstand ich auch den Sinn der Lichtstärke und der Auflösung. Dann wurde aus dem Hobby schon eine Phobie. Ich vergaß ziemlich viele Sachen um mich herum, ich nahm das Hobby zu ernst. Aus Lust wurde streckenweise Frust. Aus einem Fotorucksack wurden zwei und dann drei. Das Equipment wurde manchmal so schwer, dass schon die Kamera auf dem Rücken zur Last wurde, und das oft bei an die 40 Grad Celsius. Damit schwitzen nicht zum dritten Hobby wurde, hatte ich dann 2019 die Notbremse gezogen. Ich trennte mich von einem Großteil der Technik und ging ein paar Schritte zurück. Spiegellose Technik wurde dann mein ständiger Begleiter. Ich reiste nicht mehr mit drei Kameras, sondern nur noch mit einer. Die Last wurde leichter und die Lust kam zurück.

Bis dann im letzten Jahr wieder eine Azoren-Tour anstand. Ich hatte mich perfekt vorbereitet. Alles war gebucht und gecheckt. Die Foto Tour bekam auch eine Route auf der Landkarte. Und dann kam Corona. Na ja, den Rest kennt ihr ja. Was dann passierte, brauch ich nicht zu erläutern. Alles fiel ins Wasser. Alle Touren futsch und das bis zum heutigen Tag. Reisen so unbeschwert wie wir es noch vor zwei Jahren taten, wird es nicht mehr geben. Diese Art des Reisens wird für lang Zeit nicht mehr möglich sein. Und mal ehrlich, wollt ihr für 14 Stunden im Flieger sitzen mit einer FFP2 Maske im Gesicht? Nein, so gerne wie ich gereist bin, das möchte ich mir nicht zumuten. Nun habe ich fast 14 Jahre ein extrem technikorientiertes Hobby gehabt, sollte nun alles vorbei sein? Ich möchte meine Art des Fotografierens nicht ändern, es sollen weiterhin Landschaftsaufnahmen und Reisefotos mein Portfolio füllen. So ohne Abstriche wird das nicht gehen. Aber ich habe mir etwas einfallen lassen. Es wird eine neue Art des Reisens für mich geben. So werden aus zwei Hobbys dann schließlich drei.

Um eine Erinnerung an die alten Zeiten zu haben und euch einen kleinen Überblick zu geben, was meine bisherigen Arbeiten so bieten, habe ich die Fotogalerie geschaffen. Hier könnt ihr euch eine Auswahl meiner Bilder ansehen.

Wie wird es mit dem Abenteuer weitergehen? Das steht für mich nicht mehr in den Sternen, sondern ist seit Oktober 2020 beschlossene Sache. Ich hatte mir schon ausgerechnet, dass man unter normalen Situationen so wie wir sie vor Corona kannten, nicht mehr reisen würde. Reisen werden storniert, Fernreisen werden zum Risiko. Fluggesellschaften schließen und letztendlich ist über eine kommende Preiserhöhung von Flugreisen auch noch nichts bekannt. Es gibt nun sogar Corona-Rücktrittsversicherungen. Ich will das nicht. Ich plane von nun an anders meine Reisen. Bin ich bisher in der Weltgeschichte umhergereist, grenze ich nun meinen Radius rigoros ein.

Im Oktober 2020 habe ich mir einen Wohnwagen bestellt. Der wird dieses Jahr im April geliefert. Hänger, Kupplung, Zubehör etc. stehen auch schon bereit. Die ersten Campingplätze habe ich für dieses Jahr gebucht. Das sollte möglich sein. Dieses Jahr bewege ich mich in Deutschland mit meinem neuen Tiny-House auf Rädern. Ein bisschen die Kontrolle über das Gespann bekommen, einfach ein wenig sicherer werden. Im nächsten Jahr geht es dann in den Norden. Dänemark, Schweden und vielleicht noch etwas weiter. Diese Ecken unserer Welt sind mir noch gar nicht bekannt. Und irgendwann wird es dann wieder in den Süden gehen, der Sonne entgegen. Und wenn sich in einigen Jahren die Pandemie-Situation entschärft hat, warum sollte es dann nicht auch wieder Asien sein, dann kann sich mein Wohnwagen-Gespann ausruhen.

Ich, mal hier, mal da