Es war Mai. Bald war Pfingsten. Die Pandemie hatte uns fest im Griff, doch die Zahlen sinken. Statt in einem Flieger in Richtung Wärme zu sitzen, bangte ich zu Hause darum, dass mein Pfingstwochenende nicht ins Wasser fiel. Ich hatte ja nun meinen Wohnwagen auf dem Hof zu stehen. Aufbauen und komplettieren sowie Inbetriebnahme waren mir schon sehr vertraut. Nur waren das bis jetzt alles Trockenübungen. Wer will schon auf seinem Rasen schwimmen, wenn er das in einem See tun könnte.

Was kam war wie ein Wunder. Die Corona Zahlen fielen unter eine Grenze, so dass es Campingplätzen möglich war zu öffnen. Allerdings mit der Einschränkung, die Zeit auf dem Platz autark zu verbringen. Duschen und Toilettenanlagen waren geschlossen. Aber das war mir egal. Ich wollte los und bekam einen Platz auf dem Spreepark Campingplatz in Beeskow. Meine Eltern waren hier die Nachbarn. Gute Freunde aus dem Erzgebirge fanden auch den Weg nach Beeskow. Das konnte also lustig werden.

Das Ankuppeln fiel mir noch etwas schwer. Das Fahren mit dem Anhänger dagegen ging schon recht gut. Beeskow war in einer Stunde Fahrzeit erreicht. Der Platz war bestellt, so dauerte das Einchecken nur wenige Minuten. Unter Corona Auflagen war das Betreten des Platzes möglich, Mund-Nasen Maske und gültiger Corona Test. Dann konnten wir passieren. Den Hänger rückwärts eingeparkt, abgekuppelt und aufgebockt. Das klappte alles hervorragend. Ich wollte mir Zeit lassen, entschleunigen und genießen, darum drehe ich die Stützen auch per Handkurbel raus und verzichte hier auf das surren des Akkuschraubers. Ich brauche auch keine Mover (Radantriebe am Hänger), denn den 390er kann man noch mit Muskelkraft bewegen und außerdem muss ich auf das Gewicht des Hängers achten, denn hier bin ich von der Zuglast des PKWs etwas eingeschränkt. Aber alles noch im grünen Bereich.

Es regnete ständig und war sehr windig. Darum ließ ich die Markise eingerollt. Auch der Außenteppich blieb in seiner Verpackung. Stühle , Tisch und Grill waren schnell aufgebaut. So dauerte es vom Ankommen auf dem Platz bis zum fast fertigen Aufbau nur 45 Minuten. Das war ok. Nun noch den Frischwassertank füllen, den Durchlauferhitzer in Betrieb nehmen, die Toilette füllen und den Abwasserschlauch anbringen. Nun waren wir fertig und die erste Flasche Bier wartete darauf genossen zu werden. Lebensmittel und Getränke hatten wir reichlich mit dabei. Der Kühlschrank war gefüllt. Auf der Tour zum Platz hatte ich den Kühlschrank im Gasbetrieb, dazu hatte ich mir eine teure Sicherheitsanlage gegönnt, so dass ich während der Fahrt die Flaschen in Betrieb lassen kann. Auf dem Platz wechselte ich dann in den Strombetrieb.

Das war mein allererster Campingausflug in den letzten 40 Jahren. Eigentlich dachte ich nie an solch eine Möglichkeit zu verreisen. Wie ich Eingangs aber schon geschrieben habe, wird die Möglichkeit weit zu verreisen in der nächsten Zukunft unter Normalbedingungen nicht mehr mögliche sein. Außerdem werden die Flugpreise explodieren, so dass ich beim Camping gut aufgehoben sein werden. Ich bin an keine festen Zeiten mehr gebunden. Habe meine Küche und Kühlschrank immer dabei, also kann ich auch essen wann und wo ich will. Den ersten Abend hatten wir gegrillt sowie auch den Zweiten und den dritten Abend. Wegen Pfingsten dauerte das Wochenende etwas länger als normal.

Die erste Nacht habe ich wunderbar geschlafen. Waschen, Zähne putzen, Frühstück machen, so konnte der zweite Tage beginnen. Aber als erstes hatte ich mir einen Espresso gemacht und den Fernseher an geschalten. Ich sagte ja, das Leben beim Camping lief recht ungezwungen ab. Den Fernseher betrieb ich in Beeskow mit einer kleinen DVBT2 Antenne. Das reichte für 12 Sender in HD Qualität.

Die Tage verliefen wie im Fluge. Der Tag des Aufbruchs nahte. Außenmöbel zusammenpacken, Strom und Wasser abbauen, Wassertank und WC leeren, Müll entsorgen, Hänger ab bocken auf Gasbetrieb umschalten anhängen und dann ging es wieder nach Hause. Dieses Wochenende hat mir sehr gefallen. Mein erster Platz und alles hat geklappt. Nichts ging kaputt und auch die Stimmung war im Hoch. Das alles war in einer halben Stunde erledigt. Für mich ein Zeichen: „Ich habe es begriffen.“ Gut, das war erst der erste Platz, es folgen sicher noch viele und da sind bestimmt auch einige komplizierter im Besiedeln als der gute Platz in Beeskow. Den Campingplatz Spreepark Beeskow kann ich sehr empfehlen. Eine freundliche Crew macht den Aufenthalt für den Camper so angenehm wie möglich und der Preis steht in keiner Relation zu den Leistungen die einem hier geboten werden. Die Stellplätze sind mit Strom, Wasser und Abwasser ausgestattet, das macht das Campingleben zum Erlebnis.

Ich achte auch schon in der Auswahl des Platzes auf diese Kriterien. Hat man mal kein Abwasser, dann gibt es auch noch einen transportablen Grauwassertank. Nur das Füllen des Frischwassertanks wird dann zum Sport. Aber hier in Beeskow war das alles kein Problem.

Nun ging es nicht direkt nach Hause sondern über einen Umweg. Ich wollte mir das Dach über den Kopf mal anschauen, wo ich das Mobilheim abparken werde wenn ich nicht in Mission damit unterwegs bin.

Marina Beeskow

In Beeskow gibt es noch einen zweiten Campingplatz, allerdings nur für Wohnmobile. An der Marina in Beeskow haben die Reichen und die Schönen ihre Yachten und Riesenwohnmobile geparkt. Hier ist man „unter sich“. Nicht so mein Credo aber eine schöne Landschaft.

Übrigens: Den Platz in Beeskow hatten wir eine Woche vor Pfingsten gebucht und fanden sofort Platz. Danke noch einmal an alle Beteiligten, die uns das Wochenende zum Erlebnis werden ließen.