Perspektivwechsel

In Zeiten in denen man den Kopf voll hat, den Urlaub schon längst hinter sich gelassen hat, liegt die Kamera immer ein wenig verwaist in der Fototasche. Die Ideen wachsen immer seltener im Kopf. Oft überwiegen die spontanen Situationen. Wie die von gestern Abend. Ich hatte noch den Beitrag einer Fotofreundin im Kopf mit dem Titel “…mit Festbrennweiten ein Motiv erlaufen.” Und so etwas in der Art hatte ich vorgehabt.

Meine Vorgaben waren die Kamera, meine Fujifilm X-H1, das manuell fokussierende Objektiv M42 Yasinon-DX Auto 1,7 / 50mm und sonst keine weitere Unterstützung. Keine Filter und kein Stativ, eben voll Oldshcool. Als Location suchte ich mir den Klinger See. Die Sonne stand sehr tief und ließ sich auch ab und an aus den Wolken blicken. Wolken, Wind, Temperatur, alles war ok.

Meine Aufgabe bestand darin das Häuschen an der Aussicht auf den See als Ausgangspunkt zu nutzen und von dort oder nach dort mir ein paar schöne Perspektiven zu suchen und diese im Bild festzuhalten. Mit einem Zoom kann man alles ranholen und weit weg bewegen, mit einer Festbrennweite muss man diese Veränderungen zu Fuß gehen. Liegt das Hüttchen an einem Abhang, dann ist es doppelt schwer, macht aber Spaß. Spaß macht auch das manuelle fokussieren. Man sucht nicht nur den Fokuspunkt und drückt ab, nein man hat die volle Kontrolle über Belichtungszeiten und Blenden selbst in der Hand. Das Yasinon-DX hat dafür einen Blendring der in den einzelnen Stellungen auch einrastet. Die Scharfstellung erfolgt dann mit Hilfe des Fokus Peaking. Das heißt, hier sind die Kontrastgrenzen mit einer frei wählbaren Farbe gekennzeichnet. Hat man die “scharfe” Stelle erwischt, sieht man die vor eingestellte Farbe an der jeweiligen Kontrastgrenze , sozusagen als Schärfezone. Nun hat man alles selber in der Hand.

Die 60mm in der Bildanzeige stimmen nicht. Ich hatte vergessen auf 50mm per Hand im Menü umzustellen.

About fotopixxer

Mein Name ist Olaf Sandow, ich bin Hobbyfotograf sowie der Autor dieses Blogs. Geboren bin ich 1964.Aufgewachsen in Cottbus lebe ich heute im Vorspreewald. Zur Arbeit fahre ich aber weiterhin jeden Tag nach Cottbus. Ich muss von der Fotografie nicht leben, für mich steht der Spaß im Vordergrund. Wenn Sie eines meiner Fotos verwenden möchten, senden Sie mir bitte eine E-Mail.

9 thoughts on “Perspektivwechsel

  1. Hallo Olaf,
    Interessante Aufgabe. Man kann sich wirklich Fotografisch Austoben 🙂
    und wen man sich so ein großen Objekt aussucht wie Du, da macht man dabei auch ein paar hundert Meter mehr 🙂
    Tolle Bilder und interessante Gegend, Das es so frei von Menschen ist… fast ungewöhnlich. Bei uns in jeder Ecke, voll von Spaziergänger . Manchmal ist es kaum möglich ein foto ohne Menschen zu schissen, oder bin ich letzte Zeit zu sehr Empfindlich. 🙂
    Viele Grüße czoczo

    1. Ich schaue öfters mal bei Brigitte auf die Seite, dort hat sie mich animiert zu dieser Aufgabe. Das mit dem 50mm ist doch naheliegend und macht fit, oder fitter 😉

      Gruß Olaf

  2. Hallo Olaf
    Die spontanen Ideen überwiegen. Ja so ist es. Mich hat auch die Faulheit überfallen. Ich bekomm bzw will den Arsch nicht hoch. Hab Urlaub und lebe in den Tag hin. Keine Ausflüge, keine Touren. Paar Tage in Stendal war alles. Da bin ich auch spontan los mit der X100V. Hatte da auch nur eine Brennweite zur Verfügung. War mal wieder richtig gut. Mit der kleinen Kamera ideal, kann mir gar nicht mehr vorstellen die fette Spiegelreflex mit rum zuschleppen. Man ist auch nicht so auffällig. Hatte in sw fotografiert, aber dann doch für die Webseite Farbe gewählt, classic negativ. Die Qualität ist wieder bestens, ich mache kaum noch was an den Bildern, Zuschnitt, Tiefen und Lichter, Schärfen….fertig. Und trotzdem hab ich kaum noch Lust am Rechner. So liegen auch die Bilder vom Militärfriedhof noch herum. Meine Fotografie hat sich ganz schön reduziert, das gute, ich hab meine Technik angepasst. Hätte man schon viel eher machen sollen. Ideen hätte ich schon noch paar, aber momentan ist vieles einfach überlaufen oder nur teilweise geöffnet. Da vergeht mir die Lust. Jetzt werde ich noch eine Woche im Garten abgammeln und dann geht der Alltag wieder los
    VG Jens

    1. Hey Jens, dann brauch ich dir ja nicht erklären wie es mir geht.. Im Moment gehe ich auch wieder mit meinen alten Dingern , also manuelle Festbrennweiten durch die Gegend. Heute erst wieder mit dem 30mm, mal sehen ob ich den Beitrag noch fertigkriege. Deine Bilder Stendal und die Burg sind dir gelungen( https://www.ichbinfotografieren.de/fotogalerie/stories/altmark/) Vor allem das Toning passt ausgezeichnet zu den Motiven. Das mit deiner Footer-Galerie ist ok, doch für später werden die Bilder sicher wieder in Ordner verschwinden und dann findet man sie nicht mehr. Die 100V ist sicher eine feine kleine Maschine. Würdest du dich nur für diese entscheiden und die andere Kamera in der Garage lassen? Ich habe auch mal wieder den Wunsch nach kleiner Kamera mit festen Objektiven, denn in der Anschaffung von Neuem ist es mit der Zeit nicht viel besser geworden. Bin gespannt was da noch kommt von der 100er.

      Gruß Olaf

      1. Also die Bilder werden nicht verschwinden in irgendeinen Ordner, den sie sind doch eine eigenständige Unterseite. Man findet sie auch über das Menü Fotogalerie. Im Footer ist nur eine Ankündigung für Neues. Mehr wie zwei sollen da nicht stehen, die ältere Ankündigung verschwinden dann natürlich.
        Zum Toning der Bilder, Tangermünde ist ja noch mit der 6D geschossen und von 2019, Stendal hab ich die Rawdatei nur mit der Filmsimulation Classic Negativ versehen. Ich hätte es auch schon so fotografieren können, hatte mich aber erst für sw entschieden, da Raw und Jpeg eingestellt, war der Wechsel zur Farbe kein Problem.
        Zur Kamerafrage: Ich muss gestehen, ich hab die X100V mehr in der Hand, als die XT3 und ich könnte glaube auch nur mit ihr klarkommen. Hätte ich mit meinem Wechsel noch etwas gewartet, wäre es wohl die XE4 geworden, dann mit 2/3 Festbrennweiten und einem Zoom vll. Aber jetzt ist es so. Die XT3 ist ja mit dem 2 Objektiven auch für Landschaften und Reise gedacht, dort wo ich etwas flexibel sein muss und auch mal ein Zoom brauche. Ja Reise ist leider mau zur Zeit und darum muss die XT3 etwas ruhen. Die X100V ist natürlich geil, die könnte ich auch nur anschauen, irgendwie inspiriert die mich auch. Man hat was wertiges in der Hand, tolle Haptik. Reicht völlig aus für meine paar Sachen, ich bereue den Wechsel nicht.
        Das Focus Peaking macht man beim manuellen Fokusieren, oder? Hab mich damit noch nicht beschäftigt.
        VG Jens

        1. Hi Jens , Danke für die Antwort. So oder so ähnlich habe ich mir das schon gedacht. Das Gewicht ist weniger geworden als zu 6D Zeiten, das muss ich sagen, aber es wird schon wieder schwerer. Die ultimative Lösung wäre eine hochwertige Kamera mit festem Objektiv. Man fotografiert auch mit der Zeit viel weniger als zu damaligen Zeiten. Mein Traum wäre eine Leica Q2, die erfüllt alle Maßstäbe die ich an eine Kamera setze, wenn da nur nicht der Preis wäre. Ich schaue mal was die X100V noch so bringt, vielleicht braucht man ja nicht ganz so tief in die Tasche greifen.

          Gruß Olaf

          1. Ich habe mir mal den Martin Hülle näher angeschaut, ist ein X-Photographer und war jetzt in einem Podcast zu Gast, den ich höre. Der macht extreme Wanderungen und nimmt natürlich nur kleines Kameraequipment mit. Macht hauptsächlich im Norden Touren und fotografiert viel Landschaft. Aber……jetzt kommts, nicht etwa mit einem Weitwinkel, sondern mit Festbrennweiten. Oft dabei, die Xpro2, jetzt sogar nochmal verkleinert auf die XE4 und 23mm, 50mm am häufigsten. Hat zwar auch noch 16mm und 56mm, aber das erstaunliche für mich, die Landschaftsbilder im 35mm Look wirken extrem stimmig. Hätte ich nicht für möglich gehalten.
            Wenn du Lust hast, kannste ja mal schauen: https://www.martin-huelle.de/

            Ich hab mein Equipment gefunden, dabei bleibt es jetzt. Selbst wenn ich alles mitschleppe (incl. Haida Filter) ist es immer noch leichter, wie zu Canonzeiten.
            Ich folge auch Leica, inspiriert mich auch und die leben auch die Fotografie, aber kaufen?…..Nein, das ist mir vom Preis dann doch zu extrem.
            Mach dir nicht soviel Gedanken um die Technik, davon wird deine Art der Fotografie auch nicht anders.

            Gruß Jens

          2. Ich habe mal reingeschaut- Ja wie ich schon sagte das Motiv kommt in erster Linie und dann der ganze andere Kram. Willst du diese Bilder machen musst du weiter als nur 200km fahren, aber das weißt du ja auch . Ich habe mich auch festgelegt und bleibe bei dem was ich habe, fertig. Ich habe noch gute M42 Festbrennweiten und wenn das Monopod mit dabei ist tuen es auch die. Trotzdem ein schöner Seitentipp, Danke. Und wenn ich unvermittelter Dinge mal im Lotto gewinne, dann gibt es auch eine Q2 als Backupkamera 😉

            Gruß Olaf

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