Heute hatte ich etwas versucht, was ich schon Jahre nicht mehr probiert hatte.Direkt zu fotografieren in Schwarz Weiß und dazu noch in JPEG. Doch alles der Reihe nach.

Ich hatte das 35mm-1.4er schon seit einiger Zeit, doch noch keine richtige Chance es auf Herz und Nieren zu testen. Eine ganze Woche hatte ich mir das vorgenommen und nichts ist draus geworden. Heute, nach einem erneuten Anfall von Langerweile raffte ich mich dann auf. Das Wetter war grausam. Es blies ein leichtes Windchen bei 0 Grad, bei dem man den Eindruck hatte es sei 5 Grad kälter. Warm angezogen, Mütze auf, die Handschuhe in die Ecke (ich kann nicht mit Handschuhen fotografieren). Es war so gegen 15 Uhr. Das Licht konnte schlechter nicht sein. Was für Licht. Man schaute so schon in die Gegend und hatte den Eindruck alles in Monochrome wahrzunehmen. Wozu dann noch die Farbe? Keine Ahnung. Also wollte ich direkt in Schwarz Weiß fotografieren. Ich wählte dazu noch einen digitalen Rotfilter, wegen der Wolken die nicht da waren, aber einfach nur Schwarz Weiß, das klingt auch doof. Dazu wählte ich das JPEG in höchster Auflösung und im Schnitt das 3:2 Format. Die ISO drehte ich auf 800, den Rest justierte ich mir in der manuellen Einstellung per Hand. Auf ein Stativ hatte ich verzichtet, doch die Bildstabilisierung ließ ich eingeschalten.

Schwarz eiß erfordert dann Kontraste die ich versuchte einzufangen. Hell-Dunkel, Linienkontraste Altes im direkten Vergleich zu Neuem , all das waren Motive die heute eine Rolle spielten. Farben konnte ich unter den Tisch kehren, es gab keine. Also ab ins Auto, den 15 km Radius im Blick ging es nach Cottbus in Richtung Spreewaldbahnhof. Dort gab es schön texturierte Architektur. Ob es mir gelingt bei den schwierigen Lichtverhältnissen, das sollte mir die Kamera und das 35er klären. 35 mm an APS-C ist entspricht im Vollformat 50mm, also dem eigenen Blick nachempfunden. Es ging vom Viehmarkt-Parkplatz zum Spreewaldbahnhof, über die neugestaltete Fläche am Spreewaldbahnhof, durch den neuen Fußgängertunnel über einige Bahnsteige zurück zu Ausgangspunkt über die Bahnhofsbrücke. Nach dem Fotografieren hatte ich dieses mal nicht die Rückschau auf der Kamera betrachtet, ich wollte erst zu Hause am Rechner sehen was daraus geworden ist.

Mein Fazit der Fototour: Das TTArtisan 35 mmF1.4 APS-C mit Fuji X Mount macht seine Arbeit gut. Es handelt sich um ein manuell fokussierendes Objektiv. Es ist sehr klein und fällt nicht auf, für Street-Touren genau das Richtige. Der Fokusring ist etwas spielig, man kann ihn mit der Kamerahand bewegen, so spart man zum Drehen die zweite Hand. Der Bildstabi macht eine ordentliche Arbeit. Da ich bei den meisten Aufnahmen Blende 8 wählte und auf Unendlich fokussierte, konnte ich mit der Kamera sehr schnell das nächste Fotoanpeilen, denn ich musste nicht mehr fokussieren. Da es nur ein Schnappschuss geworden wäre blendete ich die Wasserwaage und den Niveauausgleich der Kamera mit ein, diesen bekommt man wenn man über das Display von oben nach unten streicht. Mit diesen Hilfsmitteln konnte ich das Foto dann doch noch komponieren. Da mich das JPEG genutzt hatte sparte ich mir die lange Zeit der Bildentwicklung am Rechner. Ich schnitt einige Fotos noch mit Photoscape, verkleinerte sie, fügte ein Wasserzeichen ein und fertig war die Bilderserie. Ob sie was taugt, das müsst ihr entscheiden.

5 Kommentare

  1. Hallo Olaf,
    Immer wieder versuche ich in deinen Cottbus Bildern was zu erkennen … leider wie ich sehe , sehr viel zeit ist vergangen seit dem ich in Cottbus meine Sommer Ferien verbracht habe … oder einfach Du nutzt andere Wege 😉
    Tolle Bilder, und vor allem eine fein bearbeitete BW.
    Wie man gut sehen kann, wenig ist Gut … und nicht wie bei mir, wo ich ständig versuche mit irgendwelchen ON1 Tricks die Bilder noch aufzupeppen und dabei meistens zerstöre ich die nur.
    Viele Grüße czoczo

    Endlich man darf auch bei Dir kommentieren 🙂

  2. Hallo Olaf,
    das ist dass was mir gefällt – eine gezielte Aufgabenstellung. In jpg, Festbrennweite und s-w zu fotografieren finde ich mutig. Mir gefällt Dein Ergebnis sehr gut.
    Viele Grüße
    Brigitte

    1. Author

      Hallo Brigitte. Ich habe versucht mir ein paar Gedanken zu machen, vor dem Rundgang. Licht und Farbe gab es nicht, so war für mich SW die erste Wahl. Das wählte ich auch schon von Vornherein in der Filmsimulation der Kamera, so konnte ich im Nachhinein, wie es mit RAF möglich gewesen wäre, keine Veränderung am Bild vornehmen. Na ja, ich fotografiere schon eine ganze Weile, bin mir auch in den Einstellungen der Kamera bewandert, warum dann für diese Serie RAF? Belichtung habe ich in der Hand und die Schärfe letztendlich spielt in den Faktoren keine Rolle, ist aber trotzdem wichtigstes Bildbestandteil meiner Ausbeute. Das war meine Aufgabenstellung, mein Anspruch lag vielleicht etwas höher. Solch Kontraststarken Fotos wie mit einer Leica M10 sind es noch nicht, aber ich arbeite dran. Danke für deinen Kommentar.

      Olaf

  3. Jetzt habe ich erstmal Zeit gefunden mir dein Beitrag durchzulesen.
    Interessante Idee… früher habe ich NUR in JPEG Fotografiert . Wo alle haben das RAW vergöttert ich war stur und blieb Jahrelang bei jpeg. Irgendwann habe ich mich Übereden lassen und bleib bis heute bei RAW und der Arbeit am Rechner. Sogar Bilder die so unwichtig scheinen wie zb. Handball usw. wurden durch mich immer wieder einzeln bearbeitet.
    Deine JPEG Aktion und noch dazu noch Direkt in BW (habe ich das gut verstanden?) finde ich grandios.
    Übrigens … TTArtisan kenne ich auch. Habe mir vor geraume Zeit das Fisheye von TTArtisan geholt. Wirklich interessante Objektiv … klein und handlich. Schade das NUR das eine Produzieren die für EOS R 🙁 . Heute stehe ich kurz vor einem Kauf eine Weitwinkel SAMYANG 14mm 2,8 gibt es in zwei Ausführungen AF und Manuell und natürlich fast das doppelten Preis:-( welche es wird. Muss ich schauen. Manuell zu fokussieren ist wirklich Geil … aber ganz darauf zu verzichten ist solche Sache
    Klasse Beitrag

    Grüße czoczo

    1. Author

      Ach Marius, wir machen uns alle vor only RAW, weil es alle Profis tun. Weißt du, das ist mir eigentlich egal. Ich kann fotografieren und ich habe die Belichtung meiner Kamera im Griff, da wird es in Zukunft mehr direkte JPEG Serien geben, das spart Zeit un Geld für die Bearbeitung. Für JPEGs muss man kein ON1 oder Photoshop haben, dafür reichen auch Tools wie Lumnia, Affinity Photo oder auch Photoscape. Wenn du dir nicht sicher bist schieße eine Belichtungsreihe und suche dir das beste Foto raus, man muss ja nicht immer ein HDR aus so etwas basteln. Und! JPEG hat nur 1/3 des RAW Speicherumfangs. Deine neue Maschine kann noch viel mehr, du musst die Bilder also nicht unbedingt mit Bearbeitungssoftware martern. Ich denke du weißt was ich hier ausdrücken will. Nimm das manuelle Samyang, ein 14mm an VF braucht keinen AF das wirst du schnell merken. Bei Landschaftsbildern stellst du auf Blende 8 und Unendlich auf manueller Einstellung, dann Wahlrad auf T und den Rest machst du über die Belichtungskennlinie in der Kamera. Das ist dann fotografieren! Der Rest ist knipsen, gibt zwar auch Bilder, macht aber keinen Spaß. Nimm dir Zeit für ein Bild, das ist das Wichtigste und: Du musst nicht. Denke an die vielen Projekte in denen du mitmachst, hier bleibt viel Potenzial auf der Strecke. Ein Bild ist nicht unbedingt gut, wenn jemand sagt das Bild wäre toll. Das würde ich innerlich erst einmal hinterfragen. Setz dir höhere Ansprüche, du hast das drauf.

      Olaf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.