Ich muss gestehen ich habe eine Schwäche für Burgen und Schlösser. In der letzten Woche bekam ich ein Prospekt mit der Abbildung von einem wundervollem Schloss in die Hände. Schloss Kuckuckstein. Gar nicht weit vom Campingplatz entfernt, in Liebstadt  liegt auf einem Felsvorsprung (380 m ü. NN) über dem Flusstal der Seidewitz. In Liebstadt angekommen, fanden wir auf der rechten Seite schon ein Plakat vom Schloss. Direkt an der Straße waren auch ein paar Parktaschen. Allerdings sah es hier eher nach einer Baustelle aus. Na gut. Ich schnallte die X-H1 und das XF 18-55 mm um, steckte mir zwei Ersatz Akkus in die Tasche, dann konnte es losgehen. Es ging steil bergauf. Nach einigen Metern konnte ich das Schloss durch die Baumkronen des kleinen Schlossparks erkennen. Ich war vom Anblick begeistert. Schnell ging es weiter. Nun bekam ich das ganze Schloss zu sehen. Ernüchterung machte sich breit. Das Schloss war in einem bedauerlichen Zustand. Das Dach und die Aufbauten machten keinen guten Eindruck mehr. Auch das Drumherum ähnelte eher einer Baustelle, ohne das gebaut wurde. Alles lag rum. Das sah auf dem Prospekt ganz anders aus. Nun nahm ich das Schloss genau in den Augenschein. Die Zugbrücke war heruntergelassen, der Eingang verschlossen. Eine Bilderausstellung sollte sich im Inneren verbergen. Vielleicht hielt der Künstler gerade einen Mittagsschlaf. Kein Hinweis auf Öffnungszeiten oder anderen Hinweisen auf eine Besichtigung. Das war wirklich Schade. Erst zu Hause las ich, dass es keiner breiten Öffentlichkeit zugänglich wäre. Man kann es mieten für Hochzeiten, Fotosessions oder ähnlichem. Schade. Ein Verein kaufte das Märchenschloss und sammelt auf seiner Homepage Spenden für eine Sanierung. Wenn sich hier aber kein zahlungskräftiger Sponsor finden lässt, wir das wohl nicht mehr in diesem Leben sein. Übrigens diente Schloss Kuckuckstein 2012 als Kulisse für die Verfilmung des Märchens „Schneeweißchen und Rosenrot“. Man kam keine Runde um das Schloss herum. Irgendwann wurden die Brennnesseln unüberwindbar. Ein wunderbares mystisches Schloss ohne die Chance auf nähere Betrachtung, das trübte meine Eindrücke vom Ganzen. So machte ich ein paar Fotos und wir verließen das Areal auf der anderen Seite. Die Wanderwege waren auch in einem jämmerlichen Zustand. Überwucherungen und Totholz lag überall herum. Die Bänke dienten wohl eher für das Feierabendbier der Dorfjugend als dem Wanderer zur Rast. Hier muss noch viel getan werden für einen Mystisch-Magischen Gesamteindruck. Das Schloss an sich hat mir sehr gut gefallen. Birgt es doch gerade wegen seiner marode Fassade viel geheimnisvolles in sich. So haben sich meine Erwartungen an die Tour nicht erfüllt, aber mal sehen was die Zeit so bringt.