Genau einen Monat nach unserem Campingtrip nach Bad Schandau, ging es wieder los. Ein kleiner Urlaub stand in den Startlöchern. Es geht nach Feldberg in die Mecklenburger Seenplatte. Wir hatten einen Komfortplatz schon Anfang dieses Jahres gebucht. Es sollte zum Breiten Luzin gehen auf dem Campingplatz „Am Bauernhof“. Bevor es losging bekamen wir ca. 1 Woche vor Reiseantritt eine E-Mail vom Campingplatz, zu der wir aufgefordert wurden mit einem aktuellen Test, ob nun ein PCR oder Corona-Schnelltest oder Selbsttest das war egal, zu erscheinen. Also machten wir vor Abfahrt noch einen Selbsttest und schossen ein Foto vom Ergebnis. Negativ. Dieses Foto diente später als Vorlage an der Anmeldung.
Als Wegstrecke suchten wir uns nur Landstraße aus. Bis Prenzlau ging das auch gut. Kurz davor gab es eine größere Umleitung, die uns aber nur ein paar mehr Kilometer bescherte, ansonsten lief alles reibungslos ab.
Auf den Campingplatz kamen wir erst ab 15 Uhr. Also lagen wir gut im Zeitplan. Wir kamen um 15:02 Uhr am Zeltplatz an. gegen 10:45 Uhr waren wir zu Hause abgefahren. Vier Stunden Fahrzeit, das war ok.
Das Einchecken ging problemlos. Wir zeigten die am Morgen erstellten Fotos von unseren Testergebnis vor und waren dann 10 Minuten später durch die Schranke. Der Zepalei führte uns erst zu Fuß zu unserem Platz, dann erst holte ich den Hänger.
Wir bekamen den Komfortplatz mit der Nummer 1. Ich glaube der war 150 qm groß, besaß einen Wasser und einen Abwasseranschluß. Der Platz war schön grün und es gab auch ein paar große Bäume in der Umgebung. Der gesamte Campingplatz scheint mal ein Bauernhof gewesen zu sein. Gleich neben unseren Platz schloss sich eine Koppel an, die war umzäunt und von vielen Schafen und einigen Eseln bewohnt. So erhielt der Platz den Charakter eines Bauernhofes. Das ist natürlich auch eine Attraktion für Kinder. Sagen wir mal so, man muss Kinder mögen um auf diesem Stellplatz zu stehen. Zu unserer Reisezeit mag das noch gehen, aber in der Hauptsaison schießen dann den ganzen Tag Kinderhorden direkt am Hänger vorbei. Damit käme ich dann nicht so zurecht.
Der Stellplatz war also Super. Der Campingplatz leerte sich auch täglich. Die Nächte wurden kälter. Die kälteste hatte nur 3 Grad. Aber die Truma Heizung funktionierte tadellos.
Der Sanitärtrakt befand sich auch nicht weit von unserem Stellplatz. Links die Männer, Rechts die Frauen. In der Mitte konnte man das Chemieklo entsorgen in einem extra Raum. Die Toiletten und Duschräume waren sehr sauber. Duschen konnte man hier ohne zusätzliche Bezahlung. Außen waren Kästen angebracht auf denen man durch die Betätigung eines Druckschalters die Duschzeit starten konnte. Die Duschzeit betrug 3 Minuten. Das war genug Zeit, ich hatte sogar meistens noch 30 Sekunden übrig. Die Reinigungszeiten waren täglich von 4-5 Uhr und 12-13 Uhr. Im Sanitärgebäude herrschte Maskenpflicht, die von den Campern meistens befolgt wurde.
Wir hatten unsere großen Stühle zu Hause gelassen und uns nur für die „Besuchervariante“ entschieden, so sparten wir Stauraum und der Hänger wurde auch etwas leichter. Das war gut so, denn wir hatten die Fahrräder mit auf der Deichseln.
So konnte nach dem Aufbau der Urlaub beginnen. In direkter Nachbarschaft lag der Breite Luzin und ein Steg, dem ich mit meiner X-H1 wohl so einige Besuche abstatten werde. Mein Ziel war, wieder etwas runterzukommen. Ausruhen und mal ein paar Tage nichts machen. Mein Buch fertiglesen und vielleicht ein paar Fotos aus der Umgebung machen.
Die Realität sah ganz anders aus. Vorweggenommen. Nach zwei Tagen taten mir die Beine weh vom Fahrradfahren, Wandern und Türme besteigen. Ich habe keine Seite in meinem Buch gelesen und zweifelte an meinem anfänglichen Anspruch auf gezielte Faulheit.
Am zweiten Tag ging es schon los mit einer Fahrradtour um den See. War ja auch nicht schlimm denn das Wetter konnte besser nicht sein. Warm und windstill ließ sich der Tag an. Wer aber glaubt die Seenplatte ist Platt, der irrt sich gewaltig. Mit dem Rad ging es die Hügel teilweise Berge hoch und runter. Zweimal mussten wir sogar die Räder nach oben schieben, damit hatte ich hier eigentlich gar nicht gerechnet. Da waren unsere Touren in Bad Schandau im Vergleich zu diesen eher als Flachland einzuordnen. Aber wir fuhren durch uralten Laubwald. Die Luft war einmalig, so konnten die äußeren Umstände uns nur anspornen weiterzumachen. Und tatsächlich, irgendwann hatte ich die Strapazen vergessen und es machte Spaß.
Was konnte man noch so machen hier in Feldberg. In einem Radius von 30 km gibt es so einiges. Kleine feine Dörfer mit niedlichen Häusern und Kirchen. Wer auf diese Art von Architektur steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Auch gibt es ein paar größere Orte in der Umgebung, vielleicht: Prenzlau, Neubrandenburg, Neustrelitz, Templin. Nur eine kleine Auswahl. Es gibt auch ein paar Schlösser und Burgen in dieser Gegend. Jedoch eigentlich wollte ich mich nur ausruhen. So bekamen die Tage auch wieder ein Ziel und mit meiner Ruhe war es vorbei.
Eine kleine Auswahl von Exkursionen werde ich so nach und nach in meiner Fotogalerie präsentieren.
Als der Tag der Abreise kam, waren wir fast nur noch alleine auf dem Platz. Wir bauten die Markise und den Regenschutz sowie den Teppich und die Bestuhlung schon einen Tag vorher zurück. Über Nacht wurde alles sehr feucht. So waren einen Tag vorher die Markise wenigstens trocken.
Den letzten Abend sind wir Essen gegangen im „Alten Zollhaus“. Spitzenküche muss ich sagen. Allerdings hatten wir einen Tag vorher Plätze bestellt, hätten wir das nicht getan, hätte ich wieder kochen müssen.
Am Tag der Abreise haben wir die Rechnung beglichen. Für 6 Übernachtungen zahlen wir 181 Euro. Ich finde das ist ein fairer Preis.


Fazit: Der Campingplatz „Am Bauernhof“ ist ein sehr gepflegter Platz. Die Mitarbeiter strahlen Ruhe aus und sind sehr freundlich. Herauszuheben war der Zepalei, der hatte sogar Humor. Der Platz ist auch nicht zu groß. Die Dauercamper sind hier auch räumlich von den Touristen Campern entfernt. Auch gibt es hier eine räumliche Trennung von Wohnmobilen und Wohnanhängern, das hat mir auch gut gefallen. Die Nähe zum See war ein absolutes Plus, aus dem Heckfenster hatte wir sogar Seeblick. Ruhe und Ordnung wurden auf diesem Platz Groß geschrieben. Wie es sich zur Hauptsaison gestaltet, das weiß ich nicht. Wir waren ja eher in der Nachsaison, im Oktober unterwegs. Diesen Campingplatz kann ich bedenkenlos empfehlen und werde sicher auch wieder kommen. Dann aber in der Vorsaison um mal eine andere Zeit hier zu erleben. „Am Bauernhof“ reiht sich auf Platz 2 in meinem persönlichen Ranking ein.