Gestern ging es auf meine erste Camping Messe überhaupt. Schließlich bin ich ja auch erst seit einem Jahr Camper. Die Erwartungen waren groß. Suchten wir doch für unsere Thule Markise noch eine Regen-Seitenwand und einen einklappbaren Schuhschrank für den Platz vor dem Eingang. Wir fanden keines von beiden. Aber der Reihe nach. Die Tickets zur Messe hatte ich vorher im Internet gekauft. Impfnachweis und Ausweis waren zum Eintritt noch nötig. Irgendwie hatte ich aber in Erinnerung, dass nur die Polizei selber Personaldokumente kontrollieren darf. Na egal.

Der Verkehr in Berlin war sehr dicht. Die freien Parkplätze um das Messegelände waren proppenvoll. Die Messeparkplätze waren für Impfwillige reserviert. So versuchte jeder darauf zu kommen um dann kehrt zu machen und sich wieder in den Verkehr einfädeln zu lassen. Wir bogen am Messegelände rechts ab, fuhren an der AVUS vorbei zum südlichen Eingang zur Messe. Nur war hier kein Vorankommen. Der Verkehr stand still. Irgendwie sah das heute nicht nach einem Parkplatz aus. Ich drehte auf der Straße um, dazu nutzte ich eine Rotphase des Gegenverkehrs. Mein Plan war, einen Platz im ICC zu bekommen. Und so war es auch. Das Parkhaus im ICC war leer. Das Ticket kostet hier 10 Euro den Tag. Das Messegelände war nicht weit weg. 20 Minuten zu Fuß und wir waren am südlichen Eingang, dem Tor zur Boot und Fun – Angelwelt – Auto Camping Caravan – Autotage 2021. Der Eintritt ging zügig von statten. Nun war ich gespannt.

Wir betraten eine Halle, in der waren Camper dicht an dicht aufgereiht. Die Leute drängelten sich davor. 70 000 Euro war so das mittlere Preissegment. Das war aber nicht mein Ziel. Ich hatte meinen Hänger und suchte Zubehör. Die Aussteller versprachen Messerabatt, wieviel konnte ich nirgends erkennen. Camper und Wohnwagen, hier trennen sich die Welten. Gut es gibt Vorteile und Nachteile. Letztendlich entscheidet das aber jeder für sich. Ich selber würde nie im Leben so viel Geld für einen Camper ausgeben, das wäre mir die Sache nicht wert. Nirgends sah ich aber Wohnwagen. Wir gingen in die nächste Halle. Boote, Segelyachten und reichlich Zubehör. Wieder kein Treffer. Nächste Halle. Noch mehr Boote. So langsam wurde ich ungeduldig. Kein Plan und keinen Wegweiser. Wir wussten nicht wo es lang geht. So waren wir auf Gutglük uns selber überlassen. Was für eine dilettantische Organisation. Nach den Booten kamen die Angler. Was für eine Gewusel hier herrschte. Das wäre was für Tino gewesen, der war ja auch in Berlin, nur ein paar Kilometer weiter östlich.

Aber Angeln war heute auch nicht mein Thema. Nun kamen wieder Wohnmobile, kleiner und noch teurer. Was für ein Wahnsinn. Nun endlich bekamen wir einen Flyer in die Hand gedrückt mit einem Wege Plan. Wir mussten in Halle 26. Also wieder durch die Angler und die Segler. Dann endlich kamen Camper zum Vorschein. Ich sah die Hobby Fahne. Dort wollten wir beginnen. Was für eine Ernüchterung uns erwartete. Mit gerade mal zwei Hänger hatte es Hobby fertig gebracht hier zu erscheinen. Ein Wohnmobil eines Verleihers ergänzte die ganze Misere. Da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Einer war der kleine „beachy“. In Natura sah er nicht mal annähernd so schön aus wie sein Konterfei in den Caravan Zeitschriften. Ich war enttäuscht. Ein paar ausgesuchte Zugmaschinen standen in der näheren Umgebung. Keinen neuen Erkenntnisse die man gewinnen konnte. So ging der Rundgang weiter. Die Firma LMC hatte fast ihre gesamte Wohnwagenflotte aufgeboten. Interessant, aber für mich nichts von Bedeutung. So langsam drehten wir uns nur im Kreis. Bei einer Messemitarbeiterin fragten wir gezielt nach Zubehör. Von ihr erfuhren wir, dass die Zubehör Messe-Aussteller alle abgesagt hatten, wegen Corona. Darunter auch solche Boliden wie der Zubehör Vertreiber Bergner. Das war es dann mal. Nun war ich restlos bedient. Ein Tag vorher war davon noch nichts im Netz zu lesen. Diese Messe in Berlin war für uns ein voller Reinfall. Ohne System eine lieblose Präsentation des Caravan Themas, das werde ich mir in Zukunft ersparen. Die Tickets haben nicht die Welt gekostet (a 17 Euro), aber die Art und Weise der Messe war eine Zumutung. Am meisten enttäuscht war ich von der Firma Hobby. Eine Firma mit solch einem Portfolio an Wohnwagen kommt nur mit einem kleinen Abklatsch zu einer Messe. Und andere Wohnwagenfirmen waren gar nicht erst vertreten. Ich denke man setzte hier auf den allgemeinen Trend ein Wohnmobil zu besitzen, so dass es in Zukunft für Wohnwagenbesitzer noch enger auf Campingplätzen zugeht. Wenigstens werden wir dann wohl öfters den Spaß haben zusehen zu können, wie die mobilen Zelthäusler ihre Karren über die Grauwasserentleerung manövrieren und dabei die lustigsten Pirouetten schießen werden. In diesem Sinne. Tschüss Berlin.