Aktivurlaub in der Sächsischen Schweiz – Campingplatz Ostrauer Mühle

Freitag Abend. Schon Vorfreude auf morgen, dann geht es los zu unserem lange vorher geplanten und gebuchten Aktivurlaub in die Sächsische Schweiz. Da wir vor einiger Zeit auf dem Platz in Pirna waren und durch das Baustellen-Chaos um Dresden kutschierten, wollte wir dieses mal nur Landstraße fahren. Die Strecke war kürzer und wegen des zähfließenden Verkehrs auf der Autobahn auch schneller. Sie führte uns über Spremberg, Wittichenau, Kamenz, Bischofswerde und Neustadt. Das waren zusammen 183 km. Für die Strecke brauchte ich mit dem Wohnwagen 2,5 Stunden bis auf den Campingplatz. Die letzten 10 km waren haarsträubend. Die Straßen sehr eng. Zweimal kam uns ein Bus entgegen, den wir nur in Schrittgeschwindigkeit passierten. Kurven, hervorstehende Felsen und Fahrradfahrer waren meine letzten Hindernisse. Gegen 14 Uhr konnten wir auf unseren Platz, das hatten wir am Freitag noch telefonisch abgeklärt. Wir waren Punkt 14 Uhr auf dem Campingplatz Ostrauer Mühle. Meine Frau checkte uns ein. Wir bekamen den Platz Nr.41. Dieser Platz war mit Frisch- und Abwasser sowie E-Anschluss. Es war einer der wenigen oder wahrscheinlich der Einzige. Auf unserm Platz stand ein fettes Wohnmobil mit Anhänger und blockierte unseren Aufbau. Eigentlich sollst du gegen 11 Uhr den Platz verlassen haben, aber der Herr aus Baden-Württemberg hielt das nicht für nötig. So stand ich mit dem Gespann auf einer Fläche, die zum Rangieren von Womos oder Wowas genutzt werden konnte. Doch für unseren Verbleib auf dieser hatten alle angrenzenden Camper Verständnis. Gegen 14:30 Uhr kamen die beiden alten Herrschaften mit einem Quad angefahren und honorierten unser Vorhaben diesen Platz zu besetzen mit einem höhnischen Lächeln. Tja, so ist das nun mal mit der Zeit, bekamen wir zur Antwort. Als er dann endlich verschwunden war konnten wir mit dem Rangieren beginnen. Einparken konnte ich nicht. Das Einbiegen auf den Platz war zu spitzwinklig, ich hätte mit dem Heck das Ende des Fahrradträgers touchiert. So hingen wir ihn ab und schoben den Hänger rückwärts auf den Stellplatz. Ich nahm Maß mit dem Wasser- und dem Abwasserschlauch das ich auch mit der Länge hinkam. Alles passte. Ich koppelte den E-Anschluss an, schloss Wasser und Abwasser an, dann konnte es an den Aufbau gehen. Der Hänger war aufgebockt und ausgerichtet. Wir legten den Fußboden aus und bauten die Markise auf. Dann kam etwas neues dazu. Kurz vor unserer Abreise hatte ich mir einen Front-Regenschutz bei Obelink besorgt. Der kam auch noch am Freitag (Freutag). Der wird in die hintere Kederschiene eingezogen und mit vier Heringen abgespannt. So wird verhindert, dass bei Regen die Tropfen vorne von der Markise auf den Kunststoff Fußboden tropfen und zusätzlich hat man noch einen vorderen Sichtschutz.

Ein kleiner Rundgang über den Platz schloss unser Ankommen ab. Die Sanitäranlagen befanden sich in einem zentralen Gebäude, welches man über einige Treppen und 200m Fußweg erreichte. Hier fand man einen Abwaschraum mit Waschmaschinen und Platz um sein Geschirr abwaschen zu können. Wir hatten aber Abwasser am Platz so das unser Geschirr im Wohnwagen gespült werden konnte. Weiterhin fand man hier die Duschen für Männer und Frauen getrennt, jeweils 8 an der Zahl sowie den Toiletten, ebenfalls 8 an der Zahl. Es gab zu keiner Zeit Gedränge, obwohl der Platz Knackend voll war. So hatte man immer Früh morgens oder Abends die Möglichkeit zu duschen ohne anzustehen.
Zum Duschen kann man bei der Anmeldung Chip-Karten erwerben und sie mit einem Guthaben bestücken. Sie kosten je Karte 5 Euro Pfand. Wir kauften zwei Karten mit jeweils 5 Euro Aufladung. An den Duschen befand sich ein kleines Kästchen in das man die Karte einschob. Es zeigte das aktuelle Guthaben an. Der Duschvorgang dauert 180 Sekunden und kostet 50 Cent. Sind die Sekunden abgelaufen, piept es einige Male und das Wasser hört auf zu laufe. Bleibt man unter der Dusche und stellt das Wasser nicht ab, beginnen wiederum 180 Sekunden abzulaufen. Unterbricht man zwischendurch, werden die Sekunden gutgeschrieben. Ich fand dieses System der Warmwasserdusche als eine richtig gute Lösung. Obwohl an das duschen auf dem Campingplatz Buntspecht kommt nichts so schnell heran.
Der gesamte Platz und die Anlagen waren gepflegt und sauber. Obwohl man hier nur ein kleines Team von zwei Leuten zu Gesicht bekam. Das Personal war immer freundlich und aussagefähig. Der Platz war gerammelt voll. Die Leute kamen aus aller Herren Länder. Belgier und Schweizer, sowie Niederländer und Franzosen. Aus Deutschland waren die meisten, verständlich. Hier konnte man aber keinen Trend ersehen aus welcher Region die meisten kamen. Was allerdings ersichtlich war, die Anzahl von Womos und Wowas betrug ca. 3:2. Die Womos verschwanden am Morgen und kamen am Abend wieder. Es war ein totales Hin und Her. Zudem meldeten sich täglich zwischen 10-20 Camper ab. Abend kamen die Neuen. Es herrschte Verkehr wie auf der Autobahn. Wer Ruhe suchte war hier falsch am Platz. Wobei ich sagen muss, dass gegen 21 Uhr dann doch endlich eine Totenstille eintrat. Dann gab es noch eine Besonderheit. Die Kirnitzschtal-Bahn fuhr direkt am Platz vorbei. Die erste kam gegen 7 Uhr die letzte dann gegen 20 Uhr. Sie zog eine langgedehnte Kurve um den Campingplatz. Wer das quietschen von alten Straßenbahnen liebt, der wird den Sound der Bahn als Musik empfunden haben. Wir hatten uns nach zwei Tagen an den Geräuschpegel gewöhnt.

Mit den Nachbarn sind wir alle gut ausgekommen. Die Zeit auf dem Platz verging wie im Fluge. Das Frühstück hatte für mich den größten Stellenwert. Denn hier konnten wir essen wann wir wollten und wie lang wir wollten, die Tasse Café zum Abschluss war dann immer der Höhepunkt des Nichtstuns. Mittag hatten wir nicht auf dem Plan, dagegen haben wir Abend immer warm gegessen. An zwei Tagen hatten wir gegrillt, da kam mein Grillo Chef 2 wieder zum Einsatz. Selbst die Heizung im Wohnwagen hatten wir an vier Tagen an geschalten. Beim Aufstehen herrschten Temperaturen von 17 Grad im Wagen, das war ein wenig zu frisch. Und Abend genau das gleiche. Lange sind wir nicht draußen sitzen geblieben. Meist sind wir gegen 21 Uhr verschwunden, zu kalt. Die Heizung machte es dann wieder kuschelig im Wagen. Ich hatte mir kurz vor Abfahrt noch einen Blu-ray Player für den Wagen gegönnt, so war dann Abends meist Kino Time mit einem Gläschen Wein angesagt. Wohliger und gemütlicher geht es nicht.

An der Rezeption konnte man Straßenbahn Fahrscheine erwerben, oder auch in der Kirnitzschtal Bahn selber. Ein Tagesticket im Normaltarif für einen Erwachsenen kostet 9 Euro. Dann befindet sich auch ein Kiosk am Empfang. Hier bekommt man allerlei Dinge des täglichen Lebens, sowie frühmorgens auch immer Brötchen, ohne Vorbestellung. Hinter dem Kiosk befindet sich eine ganz ordentliche Gaststätte, die Flößerstube. Besonders den Café und den selbstgebackenen Kuchen kann ich empfehlen, auch das frisch gezapfte Fassbier ist eine immer willkommenen Erfrischung. Auch das Personal in dieser Gaststätte ist freundlich und hilfsbereit. Doch Verpflegung hatten wir zu Hause gebunkert. Der Kühlschrank war voll, so dass wir nur zwei Mal dort eine Erfrischung genossen hatten. Das Angebot an Freizeit Aktivitäten ist in der Sächsischen Schweiz so reichhaltig wie nirgends in der Republik. Allerdings sollte man immer gut zu Fuß sein und vor allem, immer gutes Schuhwerk dabei haben. Wanderschuhe sind von Vorteil. Meine habe ich täglich genutzt. Wir hatten auch unsere Fahrräder dabei und haben diese sogar an zwei Tagen genutzt. Mehr zu unseren Aktivitäten dann in den nächsten Berichten.

Wir haben uns sehr gut erholt. Der anfänglich etwas laute Platz ist mit der Zeit leiser geworden, wenn auch nur in unserem Empfinden. Die Rechnung bezahlten wir schon am Donnerstag, da wir uns das Anstehen am Freitag, denn dann sollte es wieder nach Hause gehen, vermeiden wollten. Uns kostete der gesamte Platz mit allen Nebenkosten vom 4. September bis zum 10. September 181 Euro, wobei wir Anfang des Jahres 50 Euro angezahlt hatten. Gut das wir so zeitig gebucht hatten, denn anderenfalls wäre ein Übernachten auf dem Platz unwahrscheinlich gewesen, wie schon gesagt, er war zu jeder Zeit voll und ausgebucht. Am Freitag sattelten wir ab. Alles klappte hervorragend, so dass wir gegen 10 Uhr dort wegfuhren. Wir entschieden uns wieder für ausschließlich Landstraße. Gegen 13 Uhr waren wir dann wieder zu Hause. Alles ist glatt gelaufen, vom Verbrauch her hat uns die Strecke einen halben Tank gekostet.

Fazit: Mit 30 Euro je Nacht und der Ausstattung des Stellplatzes ist das für mich als noch günstig anzusehen. Die Versorgungslage ist besser als auf vielen andern Plätzen. Auch ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bestens gelöst. Es gibt viele Kinder und Hunde auf dem Platz, das stört mich nicht, so ist er aber eher für Familien mit Kindern geeignet. Als Ausgangspunkt für Touren in die Wälder und Berge ist der Platz erste Wahl. Für das Anfahren des Campingplatzes sollte man sein Fahrzeug beherrschen, es drohen enge Straßen mit sehr vielen steilen Kurven. Die schlimmste ist meiner Meinung die doppel-S auf der 172 in Bad Schandau hinter dem Fußgänger Überweg , die mit dem überstehenden Balkon, ist man da vorbei, ist alles gut. Ich würde den Platz auf alle Fälle weiterempfehlen. Alle die einen Komfortplatz erwarten, sollen nicht enttäuscht werden wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden.

About fotopixxer

Mein Name ist Olaf Sandow, ich bin Hobbyfotograf sowie der Autor dieses Blogs. Geboren bin ich 1964.Aufgewachsen in Cottbus lebe ich heute im Vorspreewald. Zur Arbeit fahre ich aber weiterhin jeden Tag nach Cottbus. Ich muss von der Fotografie nicht leben, für mich steht der Spaß im Vordergrund. Wenn Sie eines meiner Fotos verwenden möchten, senden Sie mir bitte eine E-Mail.

2 thoughts on “Aktivurlaub in der Sächsischen Schweiz – Campingplatz Ostrauer Mühle

  1. Wieder schön geschrieben, man hat das Gefühl, man fährt mit. Mit dem ganzen Camping Gedöns kenn ich mich ja nicht so aus. Deine Story zeigt aber auch, daß die Sächsische Schweiz sehr beliebt ist, manchmal zu sehr.
    Hat man denn eigentlich was vom Hochwasser gesehen? Die hatte es doch im Juli auch erwischt mit einem heftigen Guß. Ich freu mich auf deine Ausflugsberichte und bleibe in spannender Erwartung.
    VG Jens

    1. Es war Himmel und Hölle unterwegs, eigentlich überall wo wir aufkreuzten, bis auf eine Location, da waren wir alleine. An den einzelnen Beiträgen arbeite ich noch, werden so nach und nach erscheinen. Vom Hochwasser sieht man nicht viel, vielleicht auch nur wenn man die Örtlichkeiten kennt. Der Lichtenhainer Wasserfall, wurde durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen, den wird man erst einmal nicht mehr ziehen, so bleibt dann eben nur ein Lichtenhainer Wasserstrahl.

      Gruß Olaf

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